Mittwoch, 29. Oktober 2014

Aus der Geburtsstation von ALETEIA






Seit ich nicht mehr als Medienreferent von Bischof Küng in St. Pölten arbeite, sind Martin Kugler und ich in der Vorbereitung der deutschsprachigen Ausgabe von www.aleteia.org begriffen. Die Sache läuft langsam an, weil es derzeit noch Abstimmungen mit den englischen, französischen und italienischen Schwesterseiten gibt, die sich etwas hinziehen werden. Auch soll unser Team noch wachsen. Daher können wir noch kein sicheres Startdatum geben.

Das Großartige am Netzwerk von Aleteia ist, dass wir Zugriff auf eine ganze Reihe von sehr spannenden Artikeln aus den anderen Ländern haben, die deutschsprachigen Lesern – neben den  „hausgemachten“ Berichten - einen weiten Horizont auf unsere Themen von Kirche über Bioethik zu Gesellschaft und Familie liefern werden. In der „Wartephase“ sammeln und übersetzen wir derzeit die besten und interessantesten Artikel aus aller (Aleteia)-Welt und werden sie als bereicherndes Material beim Start der Seite präsentieren.

Als ein kleiner Vorgeschmack auf unsere Themen und Paletten hier ein humorvoller Blick auf Statistiken über Katholiken aus den USA...


Wenn Katholiken weniger katholisch sind als Nicht-Katholiken

Neue Studie: “Gläubige” sind oft überraschend “ungläubig”



Die katholische Kirche klärt doktrinelle Fragen normalerweise nicht durch Mehrheitsbeschluss. Umfragen tun das hingegen gerne. Und weil Studien zu “katholischen Meinungen” normalerweise die Antworten von allen Menschen aufzeichnen, die sich selber als “katholisch” bezeichnen, kommt meistens nicht klar heraus, was wirklich gläubige und praktizierende Katholiken denken.

Dennoch ergeben sich bei solchen Umfragen oft Resultate, die in sich selbst höchst interessant sind, wenn sie auch vielleicht nicht gerade einen Spiegel von authentischer katholischer Meinung darstellen. Die neue Studie des Saint Leo Polling Institute ist ein hübsches Beispiel dafür.

Nach dieser Umfrage glauben starke 68% der “katholischen Amerikaner” (gegenüber 18% dagegen und 14% Unentschlossenen), dass wiederverheiratete geschiedene Katholiken zur Kommunion zugelassen werden sollten. Ähnlich überwältigend (66%-21%) ist der Prozentsatz derer, die meinen, die Kirche sollte Verhütung zulassen. Eine recht solide Mehrheit (50%-33%) würde das Verbot von außerehelichem Sex ebenfalls fallen lassen. Und mit einer hauchdünnen Mehrheit sind diese “katholischen Amerikaner” auch für die gleichgeschlechtliche Ehe.  

Ich weiß, ich weiß. Solche Studien haben wir schon zigmal gesehen. Und im Jahr der Synode gibt es garantiert wieder ganz viele. Wir könnten uns fragen, wie genau die Fragen gestellt waren und wie die Ergebnisse erfasst wurden. Und dann, wie sich das Sample zusammensetzte. Hätte man dieselbe Frage praktizierenden Katholiken gestellt, wäre das Ergebnis wohl ziemlich anders ausgefallen. Aber das wissen wir alles schon längst.

Was diese Studie so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Antworten in zwei Kategorien aufgeteilt sind: Antworten von Katholiken und von Nicht-Katholiken. In jedem einzelnen Fall sind die Antworten der Nicht-Katholiken näher an der Lehre der katholischen Kirche!

Schauen wir uns die Zahlen an: während 68% der Katholiken meinen, wiederverheiratete Geschiedene sollten zur Kommunion zugelassen werden, pflichten dem nur 47% der Nicht-Katholiken zu. Katholische Teilnehmer stimmen eher einer möglichen gleichgeschlechtlichen Ehe zu als Nichtkatholiken (42-36%), und auch bei Sex außerhalb der Ehe (50-36%) und Verhütung (66-59%) sind sie großzügiger als ihre nicht-katholischen Kollegen..

Wir wissen natürlich, dass nichtpraktizierende Katholiken eher von der katholischen Lehre abweichen als praktizierende; das ist hier nicht die Überraschung. Was überrascht, ist vielmehr, dass nichtpraktizierende Katholiken weiter von der Lehre weggehen als Nicht-Katholiken, wenn diese Studie stimmt.

Für die meisten Meinungsforscher ist ein “Katholik” jeder, der sagt, dass er der katholischen Kirche angehört. Wir kompliziert würde das Leben dieser Forscher werden, wenn sich herausstellte, dass ausgerechnet die Nicht-Katholiken es sind, die zu katholischen Werten stehen? Nicht auszudenken...

Phil Lawler ist der Herausgeber der Catholic World News (CWN), des ersten englischsprachigen Internet-Nachrichtendienstes (von ihm gegründet 1995). Dieser Artikel erschien ursprünglich auf CWN und wird mit seiner Erlaubnis bei Aleteia wiedergegeben).

(Übs. für die deutsche ALETEIA-Ausgabe von Eduard Habsburg)


 




Montag, 20. Oktober 2014

Ein kurzes Zitat zur Synode und zu allem anderen, was eben so passiert

Von Abraham Lincoln. 

"If you call a dog's tail a leg - how many legs does the dog have?" 

"Five?" 

"No, four. Calling a tail a leg doesn't MAKE it a leg."

Sonntag, 5. Oktober 2014

Familiensynode: Bitte das Kleingedruckte lesen



In den nächsten zwei Wochen der ausserordentlichen Synode wird man sehr genau die Originalwortlaute von Franziskus lesen müssen. Weil die Zusammenfassungen manchmal vielleicht das widerspiegeln werden, was die Verfasser herauslesen wollen. 

So klingt eine bereits vielzitierte Passage aus der gestrigen eröffnenden Abendgebet-Ansprache in der deutschsprachigen Medien-Zusammenfassung:

„Weiter sagte Franziskus, wenn es der Kirche nicht gelinge, den Leuten durch Barmherzigkeit und Gnade Gottes Heil zu vermitteln, bleibe von ihr nur ein Kartenhaus übrig. Ihre Hirten würden zu "staatlichen Priestern", auf deren Lippen das Volk vergeblich das Evangelium Jesu suche, führte Franziskus aus.“

Also genau, wie man sich „Franziskus“ vorstellt – wenn man nicht Barmherzigkeit walten lässt, wird man hart und unglaubwürdig etc.

Sorry, aber das steht nicht im Wortlaut der Ansprache. Da steht zwar auch das mit dem Kartenhaus, aber davor steht (Übersetzung von mir):

„Wir wissen, dass im Evangelium eine Kraft und eine Zärtlichkeit wohnen, die fähig sind, alles zu überwinden, was Unglück und Gewalt hervorruft. Ja, im Evangelium ist die Rettung, die die tiefsten Bedürfnisse des Menschen erfüllt.  Wir als Kirche sollen Zeichen und Instrument, lebendes und effektives Sakrament dieser Rettung sein, die ein Werk der Barmherzigkeit Gottes und seiner Gnade sind (Evangelii gaudium etc.).  Wenn es so nicht wäre, bliebe unser Gebäude ein Kartenhaus und die Hirten wären „staatliche Priester“ etc….“*

Also: Die Rettung durch das Evangelium ist ein Werk von Gottes Barmherzigkeit und Gnade, und das Zentrale ist nicht, dass wir Barmherzigkeit und Gnade walten lassen müssen, damit wir nicht hart werden, sondern dass im Evangelium die Rettung ist, die die tiefsten Bedürfnisse des Menschen erfüllt. Hmm. Klingt etwas anders. Ist leider im Wortlaut derzeit nicht auf deutsch zu finden...

Also: wenn man kann, öfters mal auf vatican.va vorbeischauen und vergleichen.


* http://w2.vatican.va/content/francesco/it/speeches/2014/october/documents/papa-francesco_20141004_incontro-per-la-famiglia.html (“Conosciamo, infatti, come nel Vangelo ci siano una forza e una tenerezza capaci di vincere ciò che crea infelicità e violenza. Si, nel Vangelo c’è la salvezza che colma i bisogni più profondi dell’uomo! Di questa salvezza — opera della misericordia di Dio e sua grazia — come Chiesa siamo segno e strumento, sacramento vivo ed efficace (cfr Esort. ap. Evangelii gaudium, 112). Se così non fosse, il nostro edificio resterebbe solo un castello di carte e i pastori si ridurrebbero a chierici di stato, sulle cui labbra il popolo cercherebbe invano la freschezza e il “profumo del Vangelo” (Ibid., 39).