Dienstag, 29. Oktober 2013

Bis an die Grenzen der Diözese

Die letzten zwei Tage durfte ich wieder mal die schönen Seiten der Mitarbeit im Referat für Kommunikation der Diözese St. Pölten erleben. Für unsere funkelnageleue Homepage sollten alle Pfarrkirchen geknipst werden, von aussen und wo möglich von innen.

Dekanat für Dekanat.

Da schwingt sich dann der Mitarbeiter ins Auto und tingelt, mit Fotoapparat und Routenplaner bewaffnet, durch Dörfer und über Landstrassen. Pro Tag zwischen zehn und zwanzig Kirchen. Hunderte Kilometer, viele Stunden lang. Immer auf der Suche nach dem perfekten "Passfoto" der Kirche. Da ich diesmal im Dekanat Geras (im Nordosten des Waldviertels) unterwegs war, sah die Landschaft zumeist so aus:

  


Das Ganze ist ein bisschen wie eine Schnitzeljagd. Ich LIEBE Autofahren und probiere gerne neue, möglichst kleine und abgelegene Sträßchen aus - und Google Maps schickt einen auch gerne mal über einen besseren Feldweg. Der manchmal an der Diözesan- und Landesgrenze entlangläuft (diesmal zu Tschechien):





Das ganze vor der kargen, herbstlichen Szenerie des Waldviertels. Traumhaft. Da rollt man auf einer ganz normalen Landstrasse plötzlich über eine waschechte Holzbrücke, durchquert ausgestorbene Dörfer, dippt kurz in das tschechische Funknetz ein und kommt nebenbei zur wahrscheinlich "einzigen Perlmuttdrechselei Österreichs"....

Was bei diesen Fahrten immer am meisten bewegt: ist die Präsenz der Kirche in auch den hintersten Winkeln der Landschaft. In Dörfern, in denen wirklich alles herunterblättert, die man erst nach Durchquerung von ausgedehnten Waldgebieten erreicht, auf Sträßchen, auf denen eine Begegnung mit Gegenverkehr zum waghalsigen Abenteuer werden kann, findet man immer zuerst das Kirchlein, bald alt, bald neu, und daneben immer der Aushängekasten, das Plakat der KA, das "Jahr-des-Glaubens"-Poster, die Messzeiten.

 
Es ist eine starke und horizonterweiternde Erfahrung, die große Fülle an Kirchen zu sehen, das immer gleiche und neue Bild, wenn man sich einem neuen Dorf nähert. Wenn man auch in erster Linie im Kopf kalkuliert, ob die aktuelle Kirche am besten von weit weg oder von ganz nah zu knipsen ist - spürbar wird überall, dass das Dorfleben sich noch um die Kirche gruppiert. Und schön auch der Stolz der Menschen, wenn man ihre Kirche fotografiert.

Und natürlich war es für mich nicht zuletzt eine Wallfahrt - auch wenn diesmal die meisten Kirchen verschlossen waren, hielt man doch im Schnitt alle 20 Minuten bei einer Kirche, wo der Herr wohnt.
Und zuweilen, wenn man nicht durch eine geschlossene Glasfenster versucht, ein Bild vom Inneren zu erhaschen...

 

...kann man sich immer ein paar Minuten in die Kirche setzen und ein wenig innehalten. Und die Eindrücke verarbeiten.

Schön, für die Kirche zu arbeiten.

1 Kommentar:

  1. Sehr schön und nett zu lesen. Vor allem, weil ich eine ähnliche Arbeit fast zeitgleich auch bewerkstelligt habe. Allerdings für eine andere Kirche ... :) www.evang.ro

    Gerade hinsichtlich der Kirchengebäude gibt es jedoch auch bei uns Raritäten, die zu besichtigen sich lohnt. Im Übrigens sind so gut wie alle vorreformatorisch. Viele leider in renovierungsbedürftigem Zustand.

    Beste Grüße aus Siebenbürgen,
    Stefan Bichler

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