Donnerstag, 31. Januar 2013

Spannende Broschüre „Der Gute Weg“



In den letzten Tagen ist eine spannende und m. E. notwendige Broschüre von Klaus Küng, Bischof von St. Pölten und „Familienbischof“ von Österreich, fertiggeworden. 




Bischof Küng schreibt ein engagierte Plädoyer für den "katholischen Weg" im Bereich der Ehe und der Sexualität. Und er bringt, 45 Jahre nach "Humanae Vitae" und der darauf folgenden Marientroster Erklärung, handfeste Argumente. Warum besteht die Kirche eigentlich auf ihren Positionen zur Sexualität? Warum sind Katholiken gegen Pille und Kondome und leben die Natürliche Empfängnisregelung? Ist das nicht unzeitgemäß? Oder stimmt es sogar, dass immer mehr Paare diesen Weg gehen? Dass es gerade heute sinnvoll ist? Dass man damit... glücklich wird?

Diesen und anderen Fragen geht der Bischof in der neuen Broschüre nach. Sie ist klein, handlich, passt in die hintere Hosentasche und behandelt viele brisante Fragen. Zudem enthält sie die aktuellsten Links, um sich auch praktisch über das Thema zu informieren, und Literaturhinweise. Bischof Küng in seinem Vorwort: 

„Angesichts einer zunehmenden Orientierungslosigkeit sind es die bewährten Lebensweisen, die langfristig wirklich erfüllende Antworten geben. Sie lassen Paare tiefer in der Liebe wachsen und bestehen auch vor moderner Forschung und Wissenschaft. Der GUTE WEG ist eine Einladung an viele, sich auf den >katholischen Weg< einzulassen.“

Eine Einladung an alte und junge Paare, Pädagogen, Lehrer, Engagierte etc. Die Broschüre sieht man sich am Besten auf der Homepage


an, wo man alle Links findet und den Text als pdf downloaden kann.

Wer es gerne gedruckt hat, kann sie zudem bestellen, über bischof.sekretariat@kirche.at. 

Dienstag, 29. Januar 2013

Bittere Tipps für Jungautoren

Anläßlich des gestrigen Erscheinens von LENA IN WALDERSBACH habe ich die toughen 8 Ratschläge meines Verlegerfreundes Johannes Thiele wieder hervorgekramt - Tipps für den Autor, wenn sein Roman frisch erschienen ist.



TIPPS FÜR JUNGAUTOREN

1. Fragen Sie in einer Buchhandlung niemals, niemals, niemals als Autor nach Ihrem Buch.

2. Wenn Sie sich schon als Autor zu erkennen geben, dann interessieren Sie sich gefälligst für ANDERE Bücher. Fragen Sie nicht nach Büchern, die Sie nicht kaufen wollen. Der Schuß könnte nach hinten losgehen.

3. Widerstehen Sie unbedingt der Versuchung, die Auslage oder Präsen-tation in der Buchhandlung umzudekorieren, also zum Beispiel Ihr Buch besser sichtbar oder auffälliger zu platzieren.

4. Setzen Sie Buchhändler nicht unter Druck, indem Sie auf TOLLE Re-zensionen hinweisen – er fühlt sich dadurch wahrscheinlich in seinem Einkaufsverhalten kritisiert.

5. Tragen Sie Ihr Buch nicht ständig mit sich herum, zeigen Sie es nicht allen ungefragt. Bekämpfen Sie Ihren verständlichen Stolz. Ein Buch ist NICHTS Besonderes. Auch nicht Ihres.

6. Je gespannter Sie befreunde Personen nach ihren Leseerfahrungen und Reaktionen fragen, desto positiver werden die Feedbacks sein. Brauchen Sie jedoch Bestätigung, ist dieses Verfahren aber korrekt (in der Medizin nennt man es Placebo-Effekt – er ist absolut harmlos).

7. Packen Sie die Belegexemplare aus, stellen Sie ein Exemplar ins Regal, verteilen Sie die restlichen Exemplare NICHT unter Freunden und Verwandten, sondern verstauen Sie sie komplett in den Keller.

8. Denken Sie nicht mehr an Ihr soeben veröffentlichtes Buch. Lassen Sie sich durch Rezensionen nicht ablenken oder verunsichern (Sie lernen NICHTS daraus). Beginnen Sie endlich mit Ihrem neuen Buch.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Eine normale englische Messe

Gestern hatte ich wieder einmal ein Erlebnis. Ich besuchte eine englischsprachige Messe in Österreich. Nach einer Weile fiel mir auf, dass meine Antworten immer falsch waren. Das erstaunte mich deshalb, weil ich von früher her eigentlich gut in der englischsprachigen Messe zu Hause bin. War das eine Gemeinde mit eigenen Formulierungen? Oder machte man die Dinge in den USA anders als etwa in Großbritannien?

Ich horchte genauer hin. Der Priester sagte: "The Lord be with you". Die normale Antwort wäre "and also with you". Stattdessen war ich der einzige, der das (etwas zu laut) sagte, alle um mich antworteten "and with your spirit." Ich hatte diese Antwort noch nie irgendwo gehört, aber natürlich wirkte sie seltsam vertraut, wenn man an "und mit deinem Geiste" denkt.

Dann fiel der Groschen.

Ich wohnte zum ersten Mal einer Messe nach dem neuen englischen Messbuch teil! Jetzt achtete ich genauer auf die Worte - und begriff plötzlich, was Kadinal Pell damals bei der Vorstellung der neuen Texte etwas pointiert gesagt hatte: "Die Sprache eines Barbacues ist nicht angemessen für die Heilige Messe." Das Ziel der Neuübersetzung war eindeutig, sich dem auf der ganzen Welt gültigen Originaltext anunähern. Tatsächlich hatte die Formulierung "The Lord be with you - and also with you" immer etwas kumpelhaftes für mich,á la "Servus! - auch schön, dich zu sehen" zwischen Priester und Gemeinde Die neue Formulierung "and with your spirit" klingt geistiger - und vor allem, sie ist plötzlich einem deutsch denkenden Ohr ganz vertraut. Das ist der Text der Messe, den ich seit meiner Kindheit kenne.

Mir waren auch immer schon die Wandlungsworte auf englisch aufgestoßen - "when supper was ended he took the cup", das hatte immer einen Hauch von legerer Küchenatmosphäre ("Tass Kaff'") und riss mich regelmäßig aus der Betrachtung. Nun heißt es "when supper was ended, he took the chalice". Schöner. Würdiger.

Ich überspringe viele kleine Änderungen und komme zu einer Stelle kurz vor der Kommunion.Da kommt das "Herr, ich bin nicht würdig". Früher sagte man: "Lord, I am not worthy to receive you, but only say the word and I shall be healed." Der neue Text ist schöner, reicher und vor allem näher am Evangelientext: "Lord, I am not worthy that you should enter under my roof, but only say the word and my soul shall be healed."

Dass die Wandlungsworte  beim Kelch lauteten "which will be poured out for you and for many" brauche ich nicht extra zu erwähnen.

Fazit? Es war mir einfach jahrelang nich aufgefallen, welche Abkürzungen und Sonderformulierungen die englischsprachige Messe gehabt hat. Der neue Text ist ein Schritt auf größere Beheimatung der Texte in der Weltkirche hin - und man geht in die Tiefe. Natürlich gab es einen furchtbaren Aufschrei in der englischen Welt, natürlich weigerten sich viele Priester, die Änderungen mitzutragen. So wie das auch hierzulande beim Wunsch des Papstes geschah, die Wandlungsworte in den ursprünglichen Wortlaut zurückzuführen. Ich finde, die Aufregung ist hier wie dort künstlich. Das englische Experiment ist für mich gelungen, und man darf in diesem Sinne gespannt sein auf das neue deutsche Messbuch und auf die Änderungen dort.

Dienstag, 1. Januar 2013

Eine Nacht wie jede andere?

Ein allerseits schönes 2013 wünsche ich. Das Jahr ist ja erst einige Stunden alt, da geht das noch gut. Normalerweise mache ich mir nichts aus Sylvester und Neujahr, denn erstens ist für mich die Weihnachtszeit mit ihren Festen viel stärker im Erleben verankert, und zweitens ist man mit 6 Kindern immer dankbar, wenn man schlafen kann; auch und besonders in der Sylvester-Nacht. Heute durften wir durchschlafen. Danke.

Ich bin mir auch sonst nicht ganz sicher, wie man einer Nacht mit Datumswechsel so viel Bedeutung beimessen kann. Eigentlich eine Nacht wie jede andere. Und doch war da heute morgen ein kleiner Moment. Als ich einer Journalistin, die in den USA war, um 5h morgens auf ihren Neujahrsgruß auf Twitter antwortete. Für sie war es 23h, sie war noch eine Stunde im alten, vertrauten Jahr zuhause; ich war bereits ins neue, unbekannte 2013 hinausgeworfen, und die Luft war dort kalt und fremd. Ein wenig beneidete ich die Kollegin, die in der alten Geborgenheit saß, ohne es zu wissen; in wenigen Stunden würde sie sich in etwas Neuem zurechtfinden müssen.

Also doch nicht eine Nacht wie jede andere?