Mittwoch, 19. Dezember 2012

Lena und was sie in Waldersbach erlebte

In eigener und Büchners Sache:

In knapp elf Tagen beginnt das Büchnerjahr 2013 (Büchner ist im Oktober 1813 geboren). Das freut mich, denn meines Erachtens kann es gar nicht genug Auseinandersetzung mit dem großartigen hessischen Schriftsteller geben. Mögen auf diese Weise möglichst viele neue Leser Klassiker wie DANTONS TOD, WOYCECK oder natürlich das unglaubliche Romanfragment LENZ entdecken. Eine Kommentatorin schrieb einmal, Büchner sei zu einem so frühen Zeitpunkt gestorben, wäre Goethe im selben Alter aus der Welt gegangen, dann wäre er wohl etwas obskurer geblieben. Was Büchner in der kurzen Zeit und unter ständigem Druck (er war viel auf der Flucht) geschaffen hat, ist erstaunlich.


Leser dieses Blogs wissen um meinen mehrfach geäußerten Wunsch, dass mehr Klassiker gelesen werden mögen. Daher habe versucht, einen kleinen Beitrag zur Entdeckung Büchners zu setzen. LENA IN WALDERSBACH ist schmales Bändchen und erzählt die Geschichte eines 17jährigen Mädchens, das heute, mit einer Obsession für Büchners LENZ und auch sonst allerhand emotional baggage, in dem Vogesental auftaucht, das auch Lenz heimsuchte. Was sie da erlebt, ist intensiv. Ich hoffe sehr, dass nach der Lektüre von LENA einige den Weg zu LENZ und dann zum restlichen Büchner finden werden. Wenn das gelänge, wäre ich sehr froh.

Lena trägt übrigens stets ein vollgekritzeltes Reclam-Heftchen von LENZ bei sich, mit dem es etwas auf sich hat; dieser Umstand hat das Cover mitbeeinflußt. Auch der Beitrag dieser gelben Heftchen zur Kenntnis von Klassikern kann m. E. nicht hoch genug angesetzt werden.

C. H. Beck bringt das Buch am 21. 01. 2013 heraus. Hier findet man die Verlagsinformation zum Buch:

http://www.chbeck.de/von-Habsburg-Lothringen-Lena-Waldersbach/productview.aspx?product=11255943




Samstag, 1. Dezember 2012

Kommentar zur Aufklärungsbroschüre "ganz schön intim"

Am 30. 11. habe ich in einem Gastkommentar in der "Presse" Stellung bezogen zu einer neuen Aufklärungsbroschüre "ganz schön intim" des österreichischen Unterrichtsministerium für Lehrer an Schulen, aus denen diese ihren Unterricht gestalten können. Gegen diesen Behelf gibt es massiven Widerstand, nicht nur von den "üblichen Konservativen", sondern auch von der ÖVP, FPÖ, BZÖ, Familienverbänden sowie zahllosen Experten wie Pädagogen, Psychologen etc. 

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1318528/Umerziehung-im-Denken


Man stelle sich einmal vor: Der katholischen Kirche wäre es durch hochgeheime Intrigen gelungen, das Unterrichtsministerium dazu zu bringen, eine Aufklärungsbroschüre für Schulen herzustellen, in der als einziger Weg der Familienplanung die natürliche Empfängnisregelung angegeben wäre. Ein Aufschrei würde durch das Land gehen, man würde über Ideologisierung schimpfen und darüber, dass hier eine kleine Gruppe der Mehrheit ihre eigene Sicht der Wirklichkeit aufdrücken wolle.

So abwegig? Was ist von einer Aufklärungsbroschüre zu halten, in der die klassische, heterosexuell ausgerichtete Form der Vater-Mutter-Kind-Familie praktisch total ausgeklammert wird, in Formulierungen entweder als lästig-überholtes Bild, das sich „hartnäckig hält“ beschrieben oder an anderer Stelle die heterosexuelle Beziehung gleich von der lesbischen bzw. schwulen abgeleitet wird? Ist angesichts der Tatsache, dass immer noch 79 Prozent der Kinder unter 15 Jahren in Österreich in „Erstfamilien“, das heißt bei ihrem eigenen Vater und ihrer eigenen Mutter aufwachsen, diese Behandlung der Vater-Mutter-Kind-Familie wirklich angemessen? Natürlich sollen auch alle anderen Formen von Zusammenleben respektvoll behandelt werden, aber sicher nicht auf Kosten der weltweit bewährten und am weitesten verbreiteten Form.

„Primäre Aufgabe der Eltern“

Natürlich hat die Broschüre auch viele gute Passagen, die ich bedenkenlos unterschreiben würde. Doch in diesen sehr zentralen Punkten wird man irgendwie den Verdacht nicht ganz los, dass hier eine Art „Umerziehung im Denken“ stattfinden soll – eine Umerziehung, von der ich nicht sicher bin, ob die Mehrheit der Menschen sie so wünscht.

Als Vater von sechs Kindern muss ich zudem Irritation anmelden, wenn kritische Anfrage an die Broschüre seitens diverser Fachleute, Verbände oder auch besorgter Eltern in den Medien automatisch als Zeichen von rückwärtsgewandter Prüderie abgestempelt wird. Wir Eltern leben im 21. Jahrhundert. Wir tragen Verantwortung und nehmen sie ernst. Wir schreien auch nicht „Huch“, wenn irgendwo das Wort „Penis“ steht. Ja, Aufklärung ist gut und sinnvoll; ja, sie muss heute früher denn je ansetzen, weil Sexualität und auch Pornografie viel früher auf Kinder einprasseln. Aber Kritik an Unterrichtsmaterialien ist nicht nur Elternrecht, sondern auch Elternpflicht, zumal bei einem doch sehr tief gehenden Thema wie der Entwicklung der Sexualität. Nicht umsonst schreibt das Unterrichtsministerium selbst im Grundsatzerlass „Sexualerziehung in den Schulen“: „Sexualerziehung ist die primäre Aufgabe der Eltern/Erziehungsberechtigten“. Da dürfen und müssen wir uns einmischen.

Wie schrieb eine Kommentatorin einer Tageszeitung über ihre Wünsche an so eine Broschüre? „Sie sollte die vorhandene Realität abbilden, ohne ideologisch gefärbte So-muss-das-sein-Klischees.“ Das wäre dann ein guter Beginn für eine Überarbeitung.

Sonntag, 25. November 2012

Erinnerung zu Christkönig


Heute ist Christkönigsfest, da muss ich immer an eine Begebenheit aus den Achtzigern denken. Mit meiner Münchner Schulklasse machten wir eine Berlinreise, meine erste. Damals natürlich noch zu DDR-Zeiten. Und da gehörte auch ein halber Tag in Ostberlin dazu. Das war schräg und irgendwie unheimlich. Man fuhr vom Westen mit der U-Bahn hinüber, musste Geld wechseln, das man ausgeben musste, ich habe damals Klassik-Platten gekauft. Und dann streunerte man im Wilden Osten herum, bis man zum vereinbarten Sammelpunkt zurückkehrte, all die strengen Warnungen im Hinterkopf, was man um Himmels Willen nicht tun sollte.

Ehrlich gesagt, es war sehr deprimierend. Am Ende hatte ich noch ein wenig Zeit und verzehrte eine Wurst auf einem Platz, dessen sämtliche Gebäude, so schien es, mit roten Motivationsbannern verziert waren: "Hoch die sozialistische Völkerfreundschaft" "Freiheit durch Sozialismus" etc. pp. Ansonsten war der Platz fast hübsch, mit Bäumen, aber diese unter die Nase geriebene Diktatur, das übertönte alles und war sehr bedrückend. Zudem man damals in Deutschland, im Schatten der Mauer, keine Hoffnung hatte, dass dieser düstere Spuk jemals vorbei gehen könnte.

Und dann hob ich den Blick über die Plakate und sah, dass eines der Gebäude doch glatt eine Kirche war. Und da stand eine Christusfigur mit segnender Rechten, und darunter prangten auf lateinisch die Worte: Christus Vincit. Christus Regnat. Christus Imperat.

Da ging es mir gleich besser. Ich wußte im Herzen, solche Dinge vergehen ganz rasch.

Knapp dreißig Jahre ist das her. Die Banner sind verschwunden.

Christus und die Inschrift sind noch da.

Freitag, 23. November 2012

40 englische Märtyrer

Bei manchen Heiligen der Geschichte frägt man sich unwillkürlich, wie es ihnen wohl heute ergehen würde. Der heilige Pfarrer von Ars etwa, dessen spannende Biographie von Trochu ich neulich las, war immerhin "Patron des Priesterjahres 2010"; und dennoch fragte ich mich fast bei jeder Episode aus seinem Leben ein wenig bang, ob "so einer" wohl in der heutigen Pfarrlandschaft "anecken", nicht mehr in Seelsorgekonzepte passen würde etc. 

Ähnlich erging es mir bei einer ebenso einfachen wie erschütternden kleinen Schrift, die ich in den letzten Tagen las. Seit ich das 86-S.-Heftchen "FORTY ENGLISH AND WELSH MARTYRS" in den Händen hielt, jagen mir die Worte "Topcliffe", "27 Elisabeth" und "Tyburne" kalte Schauder über den Rücken.




Das Büchlein kam anlässlich der Heiligsprechung dieser Märtyrerinnen und Märtyrer des 16. Jahrhunderts am 25. Oktober 1970 heraus. Es erzählt ihre Leben kurz und recht unsentimental (für jeden oder jede bleiben nicht mehr als 1-2 Seiten) - und ist eine erfrischende Erinnerung daran, dass es Folgen haben kann, wenn man seinen (katholischen) Glauben wirklich ernst nimmt. Wie viele Märtyrer hatten diese Vierzig nicht wirklich die Genugtuung, für ihren Glauben zu sterben, sondern sie wurden für ein politisches Vergehen hingerichtet. Ab dem 1. Februar 1535 war es Hochverrat, den König nicht als kirchliches Oberhaupt anzuerkennen; später gab es das Gesetz "27 Elisabeth". Beide führten zu einer brutalen Katholikenverfolgung.

Die Biographien sind zumeist sehr ähnlich: heimlich am Festland, in Douay und Vallaldolid trainierte Priester, die sich nachts nach England einschmuggelten, um dort die "pastorale Grundversorgung" zu garantieren, die eigentlich immer früher oder später verraten, erwischt, gefoltert und hingerichtet wurden; und mit ihnen Männer wie Frauen, welche die Seelsorger in ihren Häusern beherbergten und versteckten, damit sie Beichte hören, Messe lesen, predigen konnten. Männer wie Nicholas Owen, der bekannteste "Geheimversteck-Bauer" Englands; Frauen wie Anne Line, die in furchtbare, schmerzhafte Tode gingen und dabei die immer noch versteckten Jesuiten und anderen Priester nicht verrieten. 

Gejagt und unter Folter befragt wurden sie gerne von Topcliffe und seinen Priester-Jägern. Und der Weg endete nicht immer, aber oft in Tyburne, wo man nicht elegant starb, sondern gehängt und sofort wieder abgeschnitten und zerstückelt wurde; es war eine seltene Gnade, wenn man vorher bis zum Tod hängen durfte.

Verschiedene Gedanken gehen einem beim Lesen durch den Kopf: keiner dieser Frauen und Männer hätte sterben müssen; ein minimaler, leicht zu rechtfertigender Kompromiss, eine kleine Geste des Dialoges, und sie hätten noch unter dem Galgen sofort die Freiheit gewonnen. Jedem wurde das am Karren angeboten - einfach nur die Königin auch als kirchliches Oberhaupt akzeptieren, das war alles. Der furchtbare Albtraum wäre sofort vorbeigewesen. Sie hätten nach Hause gehen und heimlich, segensreich weiterwirken können. Und doch nahm keiner dieser Vierzig dieses Angebot an. Ein ehrlicher Tod für dem Glauben war offenbar höher angesetzt als weiteres pastorales Wirken, wenn man denn einmal erwischt worden war. Hatten die Vierzig also einfach ein Kommunikationsproblem; eine "schlechte Õffentlichkeitsarbeit"?

Dann die ewig beunruhigende Frage - wie hätte ich reagiert? Wie viele hunderte, tausende Frauen, Männer, Priester, Bischöfe waren damals sofort bereit, diesen Kompromiss als für sich richtig anzunehmen? Und schlüssig zu rechtfertigen?

Und schließlich die entspannte, beruhigende Erkenntnis, dass man ja heute. Im aufgeklärt-toleranten 21. Jahrhundert, sicher nicht mehr in diese Situation kommen kann.

Oder?


PS: Wer sich das wirklich bewegende Büchlein zu Gemüte führen will, sollte sich nicht von den 122 Euro abschrecken lassen, für die es auf amazon.de gebraucht angeboten wird; auf dem englischen Amazon ist es sehr günstig zu bestellen, und anderswo auch.

Sonntag, 18. November 2012

Zahlenspiele bei ORF und Spiegel

Derzeit bewegen die Demos gegen Homo-Ehe und -Adoption die Franzosen. Man kann zu diesem Thema stehen, wie man will. Es kommt aber schon darauf an, wie man etwas berichtet. So las ich heute morgen beeindruckt auf ORF Online, "zehntausende" hätten frankreichweit gegen die Homo-Ehe demonstriert und in Paris "mehrere Tausend".

http://t.co/CygyJkyE

Beeindruckende Zahlen, so viele Menschen kommen bei uns selten auf die Straße. Dann wechselte ich zu Spiegel Online, und da waren es frankreichweit "mehr als 100.000", in Paris alleine "70.000"...

http://t.co/B1d3e8KF

Nun ist die ORF-Version irgendwie zu verteidigen, denn mehr als 100.000 sind ja gewissermaßen auch "zehntausende" und 70.000 sind sicher "mehrere Tausend."

Oder?

Samstag, 10. November 2012

Die Ibiche des Kranikus

Neulich hatte ich ein lustiges Erlebnis. Auf einer Kilometeranzeige eines Autos stand die Zahl "1648". Und ich dachte - hmmm, 1648. Vermutlich würde ein Großteil der Menschen heute bei dieser oder ähnlichen Zahlen (753, 333, 1618) gar nichts (mehr) sehen.

Als wir jung waren, jammerten unsere Eltern immer darüber, dass wir nichts mehr auswendig lernen würden - Gedichte, Jahreszahlen, den Anfang der Ilias. In ihrer Jugend sei das normal gewesen. So normal, dass es fast zu jedem "klassischen" Gedicht, unter welchem Generationen von Schülern gestöhnt haben, eine "Witzversion" gab - zumeist ziemlich flach, aber mehr brauchte man ja im Druckkochtopf des Klassenzimmer nicht: "Die Ibiche des Kranikus", oder die Kurzform des "Tauchers"? "Gluck gluck gluck weg war er". Pruhahah.. Ich hatte in meiner Gymnasialzeit den Eindruck, dass wir damals immer noch genug lernten, bezweifle aber, dass das heutzutage auch nur ansatzweise noch der Fall ist. Meine Kinder lernen kaum noch auswendig.

Dabei gibt es wenig, das so sehr ein Zeichen gegen die internetbedingte Kahlschlagverflachung des menschlichen Geistes ist wie das Auswendig-lernen eines Gedichtes. Es ist nachgewiesen, dass längeres Arbeiten am Bildschirm die Fähigkeit zu komplexem Denken reduziert. Wer aber ein Gedicht aus der Zeit Schillers nicht nur in der Schule lesen, sondern verinnerlichen muss, setzt ein starkes Zeichen. Wer sich die Mammut-Mühe macht, die "Kraniche des Ibikus" aus dem Jahr 1797 zu memorisieren, der erwirbt nicht nur kurz, sondern für sein ganzes Leben (!) die Fähigkeit, in die Denkwelt des endenden 18. Jahrhunderts einzutauchen. Und lernt ein wirklich tolles Gedicht mit supernatural twist am Ende. Machen Sie mal den Test, was Sie noch wissen. Ich behaupt, Sie bekommen noch einiges aus der Schulzeit zusammen. Zudem: wann darf man heutzutage noch mit ganz entspannten Gesicht "Busen" sagen? ("doch dem war kam das Wort entfahren/ wollt er's im Busen gern bewahren..."). Na bitte.

Ich habe damals Gedichte gelernt, übrigens nicht gezwungenermaßen, ich konnte z. B. den "Totentanz" von Goethe und viele andere schöne Balladen. Wer jemals darüber stöhnte, den Anfang von "De bello gallico" auswendig lernen zu müssen oder den Beginn der Odyssee (ich spreche zu den humanistisch gedrillten unter meinen Lesern), kann sich jederzeit, zumindest für einige Absätze, 2-3.000 Jahre in der Denkwelt zurückversetzen. Das ist was in einer Zeit, in der 2010 schon ein alter Hut ist.

Ähnliches gilt für Jahreszahlen. Ich habe mit meinen Kindern einmal einen Zahlenstrahl ab der Zeit Jesu bis heute gezeichnet und wesentliche Ereignisse mit ihnen durchgegangen - und war erstaunt, wie viele Jahreszahlen ich noch im Hinterkopf hatte. Jahreszahlen aber schenken uns die Fähigkeit, Geschichte zu umfassen, ins Gedächtnis zu rufen, zu ordnen. Wie der unvergleichliche Otto v. Habsburg oft zu sagen pflegte: "wer nicht weiss, woher er kommt, weiss nicht, wohin er geht, weil er nicht weiß, wo er steht." Und all das, was die letzten 2-3000 Jahre geschehen ist, hat enorm viel mit uns zu tun. Nicht nur mit der Gesellschaft und der Welt, sondern mit jedem einzelnen von uns. Allerdings - ich muss diese Zahlen einmal im Schweiße meines Angesichts lernen.

Wir meinen, nichts mehr (auswendig) wissen zu müssen, weil wir alles auf unserem Handy im Internet nachsehen können. Mich haben immer jene Geschichten von Menschen fasziniert, die einige Monate oder Jahre in Isolationshaft zubringen mussten. Ohne Handy, das gab es erstaunlicherweise noch nicht. Glücklich diejenigen, die sich einen inneren Tagesablauf anlegen konnten, mit Balladen, die sie wiederholen, mit Geschichts- und Literaturstunden. Geordnet mit regelmäßigen Gebeten.

Alles auswendig. Alles immer abrufbar. Auch ohne Strom.

Wissen sie, wann Sie mal in Guantanamo eingesperrt sein werden? Mich motiviert das enorm. Auf geht's. Setzen Sie ein Zeichen. Der nächste Balladenschatz steht irgendwo im Regal und fängt Staub. Oder googlen Sie das Gedicht, wenn es nicht anders geht. Oder laden Sie meinetwegen auf youtube eine Lesung herunter und hören Sie sie so lange, bis Sie sie auswendig können.

Es lohnt sich.

PS: Was denken Sie, wenn der Kilometerzähler auf 800, 1740, 1871, 31 springt?)

Dienstag, 23. Oktober 2012

Magenbitter für die Konsumgesellschaft

Es gibt Texte, die sind immer aktuell. Vor tausenden Jahren und heute. Weil sie an das Wesentliche im Menschen rühren. Doch zu einer Zeit der völligen Geschichtsvergessenheit, wo alles scheinbar völlig neu erfunden wird und alles von früher vernachlässigbar ist, genau zu so einem Moment sind Sätze wie die folgenden unendlich wichtig:

" Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues - aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden."(1, 9-11)

Man muss sich diese Worte des Buches Kohelet aus der Bibel wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Sie sind die ultimative Medizin gegen den "Medien-Rush", der uns derzeit so mächtig mitreisst. Eine Pflichtlektüre, wenn Facebooktwitterandroidetc. uns vorgaukeln, die einzige Nabelschnur zur Realität zu sein. Die kritischen Gedanken stammen aus einer Zeit mehrere hundert Jahre vor Christi Geburt. Auch damals scheint man nach dem Motto "alles neu!" verfahren zu sein, die Begeisterung über die letzten Errungenschaften war ansteckend. Daraufhin macht sich der Autor, der sich selbst als König von Israel bezeichnet, auf den Weg, um sich anzusehen, wie das mit dem Menschen so ist. Und was wirklich bestehen kann. Hier seine Erkenntnisse:

"Ich beobachtete alle Taten, die unter der Sonne getan wurden. Das Ergebnis: Das ist alles Windhauch und Luftgespinst." Alles vergänglich, unzuverlässig, heute hier und morgen weg. Mit dem Genuß, der im 21. Jh. die zentrale Lebensfunktion zu sein scheint, hat Kohelet wenig Geduld: "Ich dachte mir: Auf, versuch es mit der Freude, genieß das Glück! (...) Ich wollte dabei beobachten, wo es vielleicht für die einzelnen Menschen möglich ist, sich unter dem Himmel Glück zu verschaffen während der wenigen Tage ihres Lebens." Aber natürlich ist sein Schluss auch hier: "Auch das ist Windhauch."

All diese und noch mehr Erkenntnisse führen Kohelet in eine tiefe Sinnkrise, er kommt durch Nachdenken und Beobachten dann doch zu einigen Regeln, die einen durch das Leben führen können, er hinterfragt aber auch angeblich gültige Lebensweisheiten sehr kritisch... und doch durchweht alles ein harter Pessimismus, der schließlich halbwegs versöhnlich in der finalen Aufforderung mündet, Gottes Geboten zu folgen, das sei zumindest einigermaßen sicher.

In kleinen Schlücken wie ein Magenbitter genossen, ist Kohelet ein wichtiges Korrektiv, in seiner Knappheit twittertauglich und wirklich unendlich lesenswert. Sogar und besonders für Atheisten, Freidenker und sonstige Skeptiker.

Zum Beispiel in dieser Onlineausgabe oder in der guten alten Bibel im Regal.


Montag, 15. Oktober 2012

Ein Sprung wie Red Bull

Die Aufregung hat sich gelegt, die Twitter-Timelines sind nur noch zu 30% mit #stratos- Hashtags gefüllt. Felix Baumgartner hat seinen Sprung geschafft, alles ist gutgegangen. Und eine Weltöffentlichkeit, die irgendwie mehr oder weniger seit Tagen in einem Hype war, kann sich zurücklehnen und ein wenig darüber nachdenken, was von dem 6 Minuten-Sprung bleibt.

Die Sache hatte was vom Energydrink: lifestylig, aufputschend, ohne irgendeinen Nährwert; man hatte kurz das Gefühl, an "irgendwas Großem teilzunehmen", und dann war es vorbei. Felix Baumgartners 40-km-Sprung steht wie selten ein Großevent für unsere Zeit: der Hochglanz-Traum eines Einzelnen, eine Individuums wird mit großer Werbemaschinerie möglich gemacht, mit großem finanziellen Aufwand realisiert. Und die Welt schaut zu und twittert bis die Tasten glühen, hat Herzklopfen, irgendwie auch, weil die Möglichkeit einer Katastrophe immer im Raum gestanden ist - oder war das nicht eher Kalkül? Denn hätte Red Bull es allen Ernstes riskiert, ein Projekt finanziell zu unterstützen, bei dessen live ausgestrahltem Verlauf das Risiko da war, von jetzt an "Dead Bull" zu heißen?

Wenig nahrhaft war es zudem - wieviel praktischen Nutzen wird die Erkenntnis für die Menschheit haben, dass man auch 19 km höher aussteigen und runterhupfen kann? Die Mondlandung, das hatte noch irgendwie Sinn gemacht, wenn auch weniger, als man damals dachte; aber Baumgartners Sprung? Dafür hat man, so hörte ich, 40 Mio Euro investiert- und gigantische Werbung für den Roten Bullen aus Salzburg geschaffen.

Ich will kein Miesepeter sein: Natürlich, der Blick zwischen Baumgartners Beinen nach unten, das war spektakulär und weckte alte Sprungbrett-Ängste im Hallenbad, nur in einer neuen Dimension; cool war es irgendwie schon.

Cool, aber nicht mehr.

Dafür dürfen wir uns jetzt fragen: wie toppen wir das nächstes Jahr? Sprung in Lendenschurz? OHNE Fallschirm? Vom MOND?

Es wird uns schon was einfallen.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Zum Konzilsjubiläum: Lesebrille „Geist des Konzils“


Kennen Sie das? Sie lesen wieder einmal die Konzilstexte – und sind verunsichert. Da sind viele Passagen, die einfach zu traditionell klingen. Was sollen Sie tun? Ignorieren? Überspringen?


Jetzt gibt es eine Lösung! Einige Jahre vergriffen – jetzt, aufgrund der großen Nachfrage wieder da – die Lesebrille „Geist des Konzils“!



Einfach aufsetzen – und schon verschwinden alle Stellen in den Konzilstexten, die nach Tradition miefen! Übrig bleiben diejenigen Zitate, die den Geist der Öffnung atmen. Keine Verwirrung mehr über anscheinend konservative Passagen – diese Lesebrille ermöglicht eine Lektüre, die wirklich nach vorne weist.


In den Modellen „Geist Moderat“ und „Geist Radikal“ (fügt in die leergewordenen Stellen zukunftsweisende theologische Texte der letzten fünfzig Jahre ein).


Merke: Konzilstexte lesen, schön und gut – aber nur mit der Lesebrille „Geist des Konzils“.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Jahr des Glaubens - "who cares?"

Stell dir vor, es ist Jahr des Glaubens, und keiner geht hin. Den Eindruck hatte man nach der Pressekonferenz am Stephansplatz letzte Woche, wo Kardinal Schönborn den Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe zum "Jahr des Glaubens 2012/ 2013" vorstellte - und die geplanten Aktionen zu diesem Ereignis. Diese Woche geht es ja los, am 11. Oktober, und das weltweit! Der Club Stephansplatz war zum Bersten voll mit Journalisten, die aber nur an einem interessiert waren - gibt es Krieg mit der Pfarrerinitiative? Wird es Frauenweihen geben? "Bewegt" sich die Kirche? Als all das nicht geschah, knipsten sie ihr Interesse ab - und berichteten anderntags über die vielen Dinge, die NICHT geschehen würden, und nicht über jene spannenden, die bevorstanden. (Ausser der "Presse", die lobenswerterweise im Detail die Kirchenaktionen vorstellte und sogar Links angab).  

Das war natürlich schade, aber in keiner Weise überraschend. Erstens hatte ein Gerücht im Vorfeld, der Brief würde pfarrerinitiativlastige Absätze enthalten, die Erwartungen falsch gelenkt. Zweitens gibt es da diesen Denk-Automatismus, den ich am Rande der Pressekonferenz auch mit einem Journalisten besprach: wenn die Kirche von "Glaubensvertiefung" redet, anstatt "endlich" Strukturveränderungen anzukündigen, dann ist das für die meisten Journalisten "Rückzug auf das Glaubensthema". Für viele Kirchenmänner- und frauen (und auch für den Papst) ist aber genau das Thema Glauben der Kern des Problems; wenn man sich in diesem Bereich um Vertiefung, um neue Ansätze bemüht, dann geht man der "Krankheit" auf den wahren Grund; die strukturellen Dinge zu verändern würde nur Symptome bekämpfen. Vielleicht vermitteln wir kirchliche Öffentlichkeitsarbeiter das manchmal nicht klar genug.

Und dann ist es ja überhaupt so, dass Kirchenthemen vor allem dann medial interessant sind, wenn sie mit etwas "Spannendem" verbunden sind. Also der Pfarrer, der paraglided. Weniger der Pfarrer, der über seinen Glauben spricht. In so eine Erwartungshaltung hinein kommt nun ein "Jahr des Glaubens", auf das (in den Worten einer Journalistin) "wirklich niemand gewartet hat".

Die Bischofskonferenz hat sich in einem lesenswerten Brief bemüht, der Welt zu erklären, was damit gemeint ist und welche Chancen das Jahr beinhalten kann - auf

http://www.bischofskonferenz.at/ 

als pdf herunterladbar. Es liegt an uns Gläubigen, im Alltag 365x ähnliches zu tun. Die Menschen einzuladen, diesen Glauben neu zu vertiefen oder tastend zu entdecken. Sich auf

http://www.jahrdesglaubens.at/ 

zu informieren, was gerade in ganz Österreich angeboten wird.

Oder konkret, z. B. bei uns in St. Pölten

http://jahrdesglaubens.dsp.at/.

Besondere Bitte an die Jüngeren unter uns: Glaubstdu.com ist eine ziemlich coole Social-Media-Aktion zum "Jahr des Glaubens". Der Videoclip sagt alles nötige. Bitte weiterverbreiten und mitmachen:


Stell dir vor, es ist Jahr des Glaubens - und ganz viele gehen hin??

Freitag, 5. Oktober 2012

Hoffnung für Bond?

Nicht alle Leser dieses Blogs sind sich vielleicht bewusst, dass der Autor ein Buch über James Bond geschrieben hat - "James Bond in 60 Minuten" (unter dem Namen Jonathan Byron - war Teil eines Serienkonzepts). Deswegen verfolgt er "all things Bond" immer mit Interesse.

Ursprünglich war ich nach "Quantum of Solace" ziemlich skeptisch, ob es gelingen würde, James Bond im neuen Film "Skyfall" noch einmal richtig darzustellen, wie mein Standard-Kommentar beweist. Doch inzwischen muss ich zugeben - der Trailer bemüht sich um klassischen Bond-Look von DB 5 bis zum türkischen Hochland, und der heute Nacht (auf den Tag zum 50. Jahrestag der Premiere von "Dr. No") veröffentlichte Titelsong von Adele schmeckt nach "Vintage-Bond". Er ist ein ziemlicher Volltreffer und zieht die klassischen Bond-Register, Monty Normans 007-Thema durchwebt alles, und Adele zieht die Vokale Shirley-Bassey-mäßig in die Länge... 



Also - vielleicht wird es ja doch noch was und SKYFALL reiht sich in die großen klassischen Bonds ein. Ich würde es Daniel Craig (und uns Fans) wünschen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Leeres Grab oder Jesus-Skelett?


Von Vittorio Messoris "Gelitten unter Pontius Pilatus" (1992) habe ich an anderer Stelle bereits berichtet. Dieses Buch ist für mich eine geschätzte jährliche Lektüre, um mich der historischen Wahrheit der Leidensgeschichte Jesu zu vergewissern - und der vielen fesselnden Details, die uns die moderne Forschung enthüllt hat. Ein sachliches, ruhiges Gegenmittel gegen all jene Tendenzen, die uns einzureden versuchen, dass das alles im Neuen Testament natürlich leider nicht stimmt. Nun endete der erste, voluminöse Teil auf Golgotha. Doch Messori hatte immer einen zweiten Teil angekündigt - über die Auferstehung. Im Jahr 2000 war es dann soweit, und "Dicono che e risorto. Un' indagine sul sepolcro vuoto." (etwa: "Sie sagen, dass er auferstanden ist. Eine Untersuchung zum leeren Grab") erschien. Schlanker, und leider bisher nur auf italienisch. Da ich es jetzt erst ganz gelesen habe, eine um zwölf Jahre verspätete Rezension.


Messori hat einen demütigen, ruhig kreisenden Stil. Hier findet sich keine polemische Apologetik, sondern er nimmt sich der Reihe nach die die Ereignisse rund um die Auferstehung vor, analysiert den Wortlaut der Evangelien präzise, zeigt beispielsweise, wie "unklug" es gewesen wäre, ausgerechnet Frauen als erste Zeugen zu wählen, wenn man denn die Evangelien "erfunden" hätte; geht der alten Polemik nach dem leeren Grab nach, nämlich ob der Fund des Skeletts Jesu einen Unterschied machen würde; klopft die angeblichen Widersprüche der Texte untereinander sowie andere Einwände gegen die Wahrheit der Berichte ab; und kommt schließlich zum erwarteten Schluss. Natürlich ist die Auferstehung als historisches Ereignis nicht beweisbar, das sagt Messori selber an mehreren Stellen, aber er führt uns an die Schwelle des leap of faith heran. Er zeigt, dass es nicht unvernünftig ist, den Evangelien zu glauben in dem, was sie schreiben. Dabei läßt er nebenbei sehr ausführlich die Gegner der historischen Wahrheit zu Wort kommen, wie er das schon in seinem ersten Buch tat. Das ist manchmal sehr amüsant, hier erlaubt sich der Autor sich gelegentlich feine Spitzen.


Natürlich finde ich aus meiner Sicht ein paar kleine Schwächen. Nach einer sehr schönen Einleitung kommt gleich ein langes Kapitel über das heutige, zerrissene Leben und die Geschichte rund um die Grabeskirche in Jerusalem, das einen vielleicht ungeduldig machen kann (ein Journalist halt, der gerne erzählt). Weil "Risorto" aus einer Zeitschriftenserie entstanden ist, fasst Messori gerne am neuen Kapitelbeginn die drei letzten zusammen, das wird mit der Zeit irritierend, wenn es auch der Klarheit dient. Und in jenem Teil, wo er einer heissen Spur nachgeht und sich fragt, was genau Johannes im Grab gesehen haben kann, das ihn, anders als Petrus, schlagartig glauben ließ, schießt der Autor meiner Meinung nach (in seiner Analyse der griechischen Einzelwörter bei Johannes) über das Ziel hinaus, wenn er über den genauen Zustand der Linnen im Grab spekuliert. Das ist spannend, man lernt wieder, wie ungenau Bibelübersetzungen manchmal sind, aber Johannes hätte meines Erachtens auch einfach aus Gnade glauben können. 

Was jedoch der große, große Verdienst von "Dicono che e risorto" ist: man kommt wieder einmal darauf, dass nicht derjenige sich rechtfertigen muss, der glaubt, dass die Dinge ungefähr so abgelaufen sind, wie sie in den drei Synoptikern und Johannes beschrieben sind; sondern derjenige, der behauptet, dass ab dem Moment des Kreuzestodes plötzlich "alles nur noch symbolisch", "nicht mehr historisch", "reines Ereignis des Glaubens" gewesen sei. Derjenige muss sich fragen, ob er dem forschenden Historiker aus Objektivität in die Hand fällt - oder vielleicht, weil er nicht will, dass es wirklich passiert ist, weil das dann nämlich Konsequenzen für sein Leben hätte. Haben müsste.


Denn (meine Übersetzung, S. 82):


"Wenn Jesus nicht auferstanden ist, kann man nicht mehr an ihn als Retter glauben; dann kann man ihn nur noch als Meister verehren. Man kann ihn sich ins Gedächtnis rufen, aber nicht anrufen. Man kann über ihn reden, aber nicht mit ihm; man kann seiner gedenken, aber nicht ihm zuhören. Wenn er nicht auferstanden ist, sind es die Christen, die ihn aufleben lassen; nicht er, der ihnen das Leben schenkt."  (kursive Stellen im Original)

Bestellbar hier über amazon.de.

Montag, 1. Oktober 2012

Entschleunigen in Heiligenkreuz


Kehre soeben von dreieinhalb Tagen im Zisterzienserkloster Heiligenkreuz vor Wien zurück und bin (wieder einmal) "wie verwandelt" (sagt meine Frau), deshalb will ich das kurz teilen. Zwei Vorabbemerkungen: ich mache mir nicht viel aus gregorianischem Choral; "Chant" ist also nicht der Grund, warum ich hingehe; ich muss beruflich praktisch dauernd am Blackberry hängen; das hat schon mehr damit zu tun, warum das Einklinken in den uralten Rythmus der Zisterziensermönche für mich wie das Bad in einem kühlen ruhigen Bergsee ist. Das und die Menge an jungen Gesichtern unter den Mönchen; das und vor allem die unbeirrbare Treue.


Wenn ich nach Heiligenkreuz fahre, wohne ich in einem der Zimmer im Innenhof. Und verbringe meine Zeit unspektakulär. Ich habe etwas geistige Lektüre dabei; mehr als ein oder zwei Bücher schaffe ich zumeist eh nicht. Ich nehme am Chorgebet und der Messe teil, gehe spazieren, bete ab und zu den Kreuzweg, der ebenfalls direkt vor der Türe ist. Das ist es eigentlich schon.


Wenn man will, kann man jederzeit mit einem der Mönche sprechen und sich geistlich begleiten lassen. Vielleicht sollte man es damit aber nicht übertreiben; sondern ganz viel Zeit zum Schauen verwenden. Denn was am Stärksten wirkt, ist sicher die Ruhe, das Uralte, das Treue. Es gehört beispielsweise schon ein wenig Treue dazu, sich als Besucher zu allen gesungenen Chorgebeten in der riesigen Stiftskirche zu schleppen, die um viertel nach fünf mit der (langen) Vigil beginnen, dann eigentlich ohne Pause über die Laudes um sechs in die Messe um halb sieben münden, während draußen die Sonne aufgeht. Es lohnt sich dafür, das Stundenbuch von Heiligenkreuz im Klostershop zu kaufen, aber zur Not teilt der Gastmeister immer gerne ein paar Exemplare aus. Leider ist alles auf Latein ohne Übersetzung daneben. Das ist vielleicht die größte Hürde für Nicht-Lateiner. Ich bin aber auch kein Latein-Fetischist.


Und wenn man nach einem ruhigen Vormittag um zwölf zur Terz&Sext wiederkommt, sind wieder die selben Gesichter zu studieren und ihre kleinen Eigenheiten, und dasselbe nach dem hastigen Mittagessen um eins, wenn die Mönche singend aus dem Kreuzgang zur Non einziehen; und dann nach einem Nachmittag, während dessen man vielleicht an lauter andere Dinge dachte, ist es plötzlich sechs und Zeit zur Vesper und mit all den Gedanken im Kopf taucht man wieder in der Kirche auf und trifft dieselben Gestalten, vielleicht durch ein paar neue Gesichter ergänzt, die draussen in den Pfarren gearbeitet haben; und dann wieder zur stillen Komplet um kurz vor acht, die mit einem tief zu Herzen gehenden "Salve Regina" in fast völliger Dunkelheit endet. Und dann geht man schlafen und trifft wenige Stunden später um viertel nach fünf dieselben Mönche...


Da beginnt man zu ahnen, was es mit dieser Treue ist und überlegt ein wenig schaudernd, wie es wäre, das jeden Tag des Lebens zu machen. Ein Mönch sagte mir diesmal, es sei gar nicht wichtig für ihn, immer alles genau zu betrachten und zu verinnerlichen, was er da sänge, sondern dass er es treu tue und es somit Realität würde. Weil es Gott zustehe.


Dann wundert man sich nicht mehr ganz so über die -zig Berufungen zum Priesteramt, die jährlich in Heiligenkreuz dazukommen. Und über die Strahlkraft des Klosters in die ganze Welt hinaus. Während man bei all diesem Mitleben und Mitbeten nebenbei recht schnell entschleunigt - in meinem Fall von 170 auf 20 km/h. Bis man fast ganz ruhig ist. Natürlich nur, wenn man, wie ich diesmal, den Blackberry wirklich zu Hause gelassen hat (meine Frau musste ihn mir aus den Händen zerren).


Also - Menschen wir ich, gehetzt, gestresst und auf ungesunde Weise viel zu vernabelt mit den modernen Medien, zudem vielleicht mit gewissen Lateinkenntnissen, werden hier eine echte Oase finden.


Zwei Geheimtipps zum Ende. Wenn man den Schlüssel zum Zimmer hat, kann man auch zu jedem (erlaubten) Zeitpunkt in den stillen Kreuzgang mit seinem plätschernden Brunnen, seinem Kapitelsaal mit Babenberger-Grablege und seiner Marienstatue gehen und dort Zeit verbringen. Das ist für mich ein unglaublicher, uriger Ort, um einfach ganz langsam zu gehen und zum Beispiel einen Rosenkranz zu beten. Man muss nur den immer wieder durchströmenden Touristengruppen ausweichen, aber das geht wirklich ganz gut.


Und wenn man im Winter kommt und das Chorgebet nicht in der großen Kirche stattfindet, sondern in der kleinen Bernardikapelle, wo man (beinahe) Schulter an Schulter mit den Mönchen sitzt, dann ist man fünfmal am Tag, auch in nachtschlafender Finsternis, gezwungen, diesen Kreuzgang zu durchqueren.


Das ist wie ein Durchgang in eine andere Welt.


Mehr auf der Homepage des Stifts Heiligenkreuz.

Donnerstag, 20. September 2012

Zeiten, wenn das Lesen stirbt


Nur ein kurzer Hinweis auf einen langen und wahrhaft bewegenden Artikel im neuen Cicero, über Epochen (wie die unsere), wo etwas unwiderbringlich vergeht - das Lesen, die Literatur, die Fähigkeit, Bücher miteinander sprechen zu lassen.

"Das Ende des Buches und was wir verlieren", von Thomas Hettche,

hier online zu lesen.

 Das passt natürlich alles zu vielen Ideen, die ich in den letzten Wochen hier auf der Habichtsburg ventiliert habe. Ehrlich, ich hatte mehrmals einen Kloß im Hals beim Lesen (speziell bei der Schilderung des 4. und 5. Jahrhunderts). Und dass wir heute keinen längeren Text mehr lesen können, weil uns die Links fehlen.... brrr, mea culpa.

Freue mich über Rückmeldungen.

Montag, 17. September 2012

Plädoyer für das Schlussgebet

Mit den Jahren bin ich draufgekommen, was eine meiner Lieblingsstellen in der Messe ist. Eine vielleicht etwas stiefmütterlich behandelte Stelle gegen Ende. Die zuweilen, auch in Büchern über die Eucharistie, ein wenig "unter den Tisch fällt", weil sie zwischen der Kommunion und dem Schlusssegen passiert und wenig spektakulär ist.

Ich spreche vom Schlussgebet des Priesters. Dieses kurze, eher nüchterne Gebet, bevor oft die Ansagen kommen, uns vom Geheimnis der Messe ablenken und über Strickkreise, Vorträge und Kirchenreinigungstermine nachdenken lassen. Manchmal ersetzen Priester es auch gleich durch eine selbstgestaltete Zusammenfassung zum Thema des jeweiligen Gottesdienstes, und leider merken sie nicht, was sie sich und der Gemeinde da entgehen lassen. Denn die Schlussgebete aus dem Messbuch, nicht die selbstgebastelten, haben eine schlichte Wucht und Wesentlichkeit, die man erst entdecken muss.

Das hat auch mit der Stelle zu tun, an der das Schlussgebet kommt. Idealerweise sollten selbst Menschen wie ich, die mit bis zu sechs lebhaften Kindern die Messe eher unkonzentriert erleben, jetzt etwas "wesentlicher gestimmt" sein. Nach dem Empfang der Kommunion und der anschließenden Zeit des Gebets - wenn man sie denn hat und nicht dauernd singen oder einer vorgelesenen Betrachtung über Bergseen lauschen muss - kann man eine Ahnung davon bekommen, was hier eben passiert ist und wen man jetzt mit sich herumträgt. Man "möchte es ab jetzt besser machen", man ist sich vielleicht kurz bewußt, wie unzulänglich man doch selber sein Christsein lebt.

Und genau jetzt kommt das Schlussgebet und fasst für mich in sehr sehr vielen Fällen alles zusammen, was ich Jesus sagen will. In klaren schlichten und endgültigen Worten. Wie zum Beispiel am gestrigen Sonntag:

Schlussgebet
Herr, unser Gott,
wir danken dir,
dass du uns Anteil
am Leib und Blut Christi gegeben hast.
Lass nicht unser eigenes Streben
Macht über uns gewinnen,
sondern gib, dass die Wirkung dieses Sakramentes
unser Leben bestimmt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Nicht eigenes Streben... dass die Wirkung dieses Sakramentes unser Leben bestimmt - genau das würde ich mir wünschen. Auch wenn ich weiß, dass der Alltag kommt und alle solchen Wünsche oft verwehen, genau jetzt wäre das mein größter Wunsch. Und das ist nur eines von vielen, vielen Beispielen, die mich gegen Ende der Messe berühren (wenn ich nicht gerade von meiner jüngsten Tochter abgelenkt werde, die geräuschvoll an mir hochklettert).

Warum sind diese Gebete so gut und wesentlich? Weil sie, wie mir ein Priester einmal erklärte, sehr sehr alt sind und über die Jahrhunderte gewachsen. Die allwissende Wikipedia fasst das (etwas technisch) so zusammen: die Schlussgebete sind "in schriftlicher Form seit dem 7./8. Jahrhundert überliefert, mündlich dürften sie mindestens bis ins 4./5. Jahrhundert zurückgehen. Sie zeichnen sich aus durch eine minimalistisch-klassische Form von klarer Prägnanz und Einprägsamkeit, die auf lange tradierter lateinisch-römischer Rhetorik basiert".

Ecco. Mindestens ins 4./5. Jahrhundert - da hatten Menschen recht lange Zeit, sich Gedanken zu machen, was zu diesem Zeitpunkt wirklich wesentlich ist. Daher meine montägliche Einladung - entdecken Sie das Schlussgebet - in jeder Messe oder zum Beispiel hier auf der Homepage des Benediktinerklosters Beuron. Zur Anregung schließlich noch das vom nächsten Sonntag:

Schlussgebet
Allmächtiger Gott,
du erneuerst uns durch deine Sakramente.
Gewähre uns deine Hilfe
und mache das Werk der Erlösung,
das wir gefeiert haben,
auch in unserem Leben wirksam.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Cool, was?

Freitag, 14. September 2012

Mühsam: Märtyrer sein

Ein Märtyrer sein war vermutlich nie einfach. Das Wort hat durch jüngste Entwicklungen zudem einen unguten Beigeschmack bekommen. Was es besonders mühsam macht, ist, daß man ja nicht in allen Fällen die Befriedigung hat, wirklich für seinen Glauben zu sterben. Zumindest für die Umgebung nicht. Die Christen im alten Rom beispielsweise starben für etwas, was ihnen sehr wichtig war, von der Umgebung aber oft missverstanden wurde, etwa als „Hass gegen das Menschengeschlecht“ (odium humani generis, Tacitus).

Da kann man sich schnell fragen: ist es überhaupt ein Zeugnis, vor Menschen zu sterben, die gar nicht begreifen, worauf es einem ankommt? Ist es sinnvoll, für etwas in den Tod zu gehen, was andere kulturbedingt missverstehen? Ja, hätten die frühen Christen mit ein paar kleinen Kompromissen nicht ein viel klareres Zeugnis ablegen können? Indem sie überlebten und schließlich in ein Gespräch mit der "Welt von damals" kommen konnten? Aber: Warum sagt die Kirche auch heute noch, dass sie "aus dem Blut der Märtyrer gewachsen ist"?

Die Frage scheint zeitlos aktuell zu sein. Wir sind in keinster Weise in einer Verfolgung, jeder kann frei sagen, was er denkt, so frei und in so vielen Medien wie noch nie. Doch... sage ich meine unpopuläre (katholische) Meinung, etwa auf Twitter, auch dann, wenn alle sich gerade auf etwas einschießen und es zutiefst uncool wäre?

Nächste Frage: wie würde ich mich verhalten, wenn es (rein hypothetisch) irgendwann strafbar wäre, gewisse Positionen etwa zum Thema Ehe und Familie öffentlich zu äußern? Wäre ich bereit, für so etwas ins Gefängnis zu gehen? Besonders, wenn die Umgebung nur glaubt, dass ich verbohrt bin? Oder angenommen, über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte würde erstritten, dass die Kirche einem verheirateten Mann den Beruf des Priesters nicht verweigern darf: Würde ein Bischof dann in Kauf nehmen, für so etwas wie das Festhalten am Zölibat vom Gesetz bestraft zu werden?

Man muss nicht alles gleich Martyrium nennen. Aber solche Fragen traten schon immer an Christen heran und werden es in Zukunft, vielleicht vermehrt, tun. Und die Entscheidung ist fast immer alles andere als klar...

Sonntag, 2. September 2012

"Für viele"! Einfach so.

Heute habe ich es zum ersten Mal erlebt. Ich war in einer Messe in einer österreichischen Kirche (ich sage nicht wo!) und habe einen Priester zum ersten mal bei der Wandlung "für viele" sagen hören. Einfach so.

Und es war weder ein "Fundi" noch ein besonders alter Herr, nein, er warnte in der Predigt sogar vor den "Traditionalisten", die sich an Äußerem aufhängen würden wie die Pharisäer im Sonntagsevangelium.

Und dann sagte er "mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird." Einfach so.

Ich muss offen gestehen, es hat mich ziemlich "gerissen". Ich habe auch keine Ahnung, ob er das "darf"? Ist das erlaubt? Ich werde mich baldmöglichst erkundigen.

Und was meinen meine Leser?

Freitag, 31. August 2012

Georg Büchners Humor

Dies ist ein kleines Streiflicht aus meinem derzeitigen Georg-Büchner-Marathon, den ich, die wackere dtv klassik-Ausgabe in der Hand, in ruhigen Momenten restlos genieße. Denn ich liebe Georg Büchner. Sehr sogar. So sehr, dass von mir im nächsten Frühjahr ein büchnerianisches Romänchen erscheinen wird, im C. H. Beck Verlag. Ich halte ihn für ein wirkliches Genie, einen der wenigen deutschen Autoren, die mich schon als Schüler sprachlos machten (ist bei mir was besonderes). Und alle paar Jahre entdecke ich Georg B. neu und lese ihn anders.

Aber darum geht es heute nicht. Woran ich regelmäßig scheitere, ist sein Humor. Büchner ist für mich am besten, wenn er ernst ist, im Danton ebenso wie im Lenz. Über die Scherze im Woyzek kann ich meistens lachen, jedes Mal aber scheitere ich am Witz von Leonce und Lena, einer oft absätzelangen Aneinanderreihung von lahmen Wortspielen. SUPERlahmen Wortspielen, vor allem zwischen Leonce und Valerio. Jaja, ich weiß, das soll auch parodistisch sein, die Geistesergüsse der ewig gelangweilten Adligen etc; und natürlich, dahinter stehen so viele Zitate und verwendete und angespielte Quellen, dass einem schwindelig werden kann; 20 berühmte Autoren von Goethe und Chamisso über Kant bis Tieck und vor allem Shakespeare wurden mit mindestens doppelt so vielen Werken bisher identifiziert.

Geistreich, ja; witzig? Ein paar Kostproben gefällig?


Valerio: Himmel, man kömmt leichter zu seiner Erzeugung, als zu seiner Erziehung. Es ist traurig, in welche Umstände Einen andere Umstände versetzen können! Was für Wochen hab' ich erlebt, seit meine Mutter in die Wochen kam! Wieviel Gutes hab' ich empfangen, das ich meiner Empfängniß zu danken hätte?

Leonce Was deine Empfänglichkeit betrifft, so könnte sie es nicht besser treffen, um getroffen zu werden. Drück dich besser aus, oder du sollst den unangenehmsten Eindruck von meinem Nachdruck haben.

(...)

Leonce Mensch, du besitzest eine himmlische Unverschämtheit. Ich fühle ein gewisses Bedürfniß, mich in nähere Berührung mit ihr zu setzen. Ich habe eine große Passion dich zu prügeln.

Valerio Das ist eine schlagende Antwort und ein triftiger Beweis.

Leonce (geht auf ihn los) Oder du bist eine geschlagene Antwort. Denn du bekommst Prügel für deine Antwort.


Geschlagene Antwort? Hmmm. Oder hier:

Valerio: Und Sie Prinz, sind ein Buch ohne Buchstaben, mit nichts als Gedankenstrichen. Kommen Sie jetzt meine Herren! Es ist eine traurige Sache um das Wort kommen, will man ein Einkommen, so muß man stehlen, an ein Aufkommen ist nicht zu denken, als wenn man sich hängen läßt, ein Unterkommen findet man erst, wenn man begraben wird, und ein Auskommen hat man jeden Augenblick mit seinem Witz, wenn man nichts mehr zu sagen weiß, wie ich zum Beispiel eben, und Sie, ehe Sie noch etwas gesagt haben. Ihr Abkommen haben Sie gefunden und Ihr Fortkommen werden Sie jetzt zu suchen ersucht..

Argh! Ähnliche Schmuckstücke finden sich übrigens in Dantons Tod, OK, nur eines:

Weib. Ach, er ist sonst ein braver Mann, er kann nur nicht viel vertragen; der Schnaps stellt ihm gleich ein Bein.

Zweiter Bürger. Dann geht er mit dreien.

Weib. Nein, er fällt.

Zweiter Bürger. Richtig, erst geht er mit dreien, und dann fällt er auf das dritte, bis das dritte selbst wieder fällt.

Hä? Natürlich sind das Anspielungen der Zeit, aber leider für uns nicht witzig. Weiter hinten kommt dann die Stelle, die mich an Danton immer schon am meisten genervt hat, die erotisch-gebildete Geplänkelei ab Lacroix. Was ist der Unterschied zwischen dem antiken und einem modernen Adonis..? Aber lassen wir das.

Büchner konnte natürlich sehr komisch sein, auch für unsere Begriffe; seine Zeitgenossen fanden solche Wortspiele wie oben vermutlich phantastisch. Was seine Nachrufe erahnen lassen, wo immer wieder der "Witz und die Schärfe" von Leonce und Lena gepriesen werden. Und manche Leser dieses Blogs werden sich jetzt sicher immer noch vor Lachen am Boden rollen über die Zitate... vielleicht check ich's nur nicht?

Was ist also die Moral von der Geschicht'? Wieder können wir die Demut lernen: erst in der Lektüre von Klassikern erahnen wir, wie ähnlich uns der Mensch vor 200, 500, 1500 Jahren ist - und daß wir auch immer an Grenzen stoßen. Der Mensch, das animal risibile par Excellence, kann manchmal über die Witze seiner Vorfahren lachen - und manchmal gar nicht.

Montag, 27. August 2012

Freuden der kinderreichen Familie

...wenn die neunjährige Tochter Magengrippe hat und das Roulette beginnt: erst eins, dann zwei, dann drei, dann...?

...wenn man nachts drauf der dreijährigen Tochter den Kopf stützen darf, weil sie sich erbrechen muss...

...wenn man der dreijährigen Tochter um halb fünf erklären muss, warum sie sich wieder erbrechen muss...

...wenn sie einem danach tapfer zulächelt und mit krächzender Stimme Gute Nacht wünscht und ein Kreuzerl auf die Stirne macht...

(...während man sich fragt, wer morgen dran ist? oder welcher ELTERNteil..?)

...wenn man auf Ö3 die durchschnittlichen Preise für Schuleinkäufe hört und sich erinnert, dass man den für FÜNF Kinder machen muss (seufz)...

...wenn man aber dann wieder abends mit sechs prachtvollen, wieder halbwegs gesunden Kindern um den Tisch beim Essen sitzt und nicht fassen kann, was man da Unglaubliches geschenkt bekommen hat...

...dann ist man dankbar, dass man kinderreich ist.

Montag, 20. August 2012

Rosenkranz in der Landschaft


In fast jedem Bezirk im Waldviertel und vermutlich überall anders am Lande auch gibt es Orte, an denen der Legende nach die Heilige Familie auf der Flucht geruht hat, oder die Gottesmutter bzw. ein Heiliger durchgekommen sein sollen. Wir spüren ein Bedürfnis nach Greifbarmachung, Vergegenwärtigung der Geschichten des Glaubens direkt in unsere Umgebung.


Und: Der Heilige Dominikus verwendete auf seinen langen Reisen die Landschaft, die er durchquerte, als Auslöser für Betrachtung, dauerndes Gebet und Gotteslob, woran Papst Benedikt eben wieder am 8. August erinnert hat.


Aus diesen beiden Gedanken habe ich den Landschaftsrosenkranz kombiniert, den ich versuche, zumindest ab und zu auf meinem Arbeitsweg einzubauen. Während ich also z. B. das Gesätz bete „den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast“, versuche ich, mir Maria am Weg zu Elisabeth vorzustellen, und zwar in jener Landschaft, die ich gerade aus dem Fenster sehe. Auf dem Hügel da drüben. An der Landstraße dort. Das reduziert die Ablenkung beim Gebet und macht den Arbeitsweg nach und nach zu einem Ort, in dem meine Heilsgeschichte sich ereignet. Legitim ist das sicher, denn Menschwerdung muss immer in meiner Welt stattfinden.


Die Herausforderung an die Fantasie ist in einer Plattenbausiedlung oder einer U-Bahn sicher größer als in Wald- und Weinviertel; und einige Gesätze des Rosenkranzes passen besser in die Landschaft als andere; aber ein Motivationsschub ist mit diesem „Kniff“ eigentlich immer dabei, und wenn es nur ist, dass ein bestimmter Hügel mich daran erinnert, dass hier „Maria zu Elisabeth gegangen“ ist und ich mal wieder meinen Rosenkranz auspacken sollte.

Samstag, 18. August 2012

Der große Riss


Schon der große Sokrates war in seiner Apologie der Meinung, dass die Jugend keine Kultur und Erziehung mehr habe und dass früher alles anders gewesen sei. Irgendwie besser. Vermutlich gehört es einfach zum Menschsein dazu, dass wir ab einem gewissen Alter kopfschüttelnd um uns blicken und die Welt nicht mehr begreifen. Das war wohl immer schon so, in jeder Generation.

Nur, dass dieses Alter bei mir schon mit 45 kommt, wundert mich doch.

Und trotzdem glaube ich, dass heute wirklich alles anders ist. Ehrlich. Sicher, es gab immer wieder mal Zeiten, wo die Geschichte von 30 km/h auf zuckelnder Landstrasse in den 5. Gang auf der Autobahn geschaltet hat, dass es den Zeitgenossen nachgerade schwindelig geworden ist  - sehr schön nachzulesen in Texten aus dem frühen 19. Jahrhundert, zwischen der Einführung der Eisenbahn und der industriellen Revolution. Aber so wie heute war es, glaube ich, noch nie. Zumindest in unserer westlichen Welt. Was das schwindelerregende Tempo, die mediale Dauerbeschallung mit dem Menschen anstellt, das werden wir vielleicht erst in ein paar Jahrzehnten ermessen können. Aber da sind noch andere Zeichen.

Ich finde nichts peinlicher, als mit Nostalgie zu erzählen, wie die Welt vor 1980 aussah, aber eine Geschichte zum Tempo muss ich doch loswerden. Ich las als Schüler einmal in der "Bild", dass es in Indonesien noch Drachen gäbe, die sogar zuweilen Menschen fräßen. Und wollte natürlich mehr wissen. Wo hätte ich damals, das war in den sehr frühen 80ern, als Schüler was erfahren können? Anrufen bei der "Bild" war undenkbar, in eine Bibliothek kam man nur mit einem Ausweis rein, und das waren fremde und unheimliche Orte, wo einem keiner half. Da fiel meiner Mutter ein, dass ich einen Onkel hatte, der als Missionar nach Indonesien gegangen war. Dem schrieb ich einen Brief. Nach Monaten kam eine Antwort vor ihm, mit exotischen Briefmarken und auf blauem Papier maschinengeschrieben. Der erklärte mir dann sehr kompetent die Sache mit den Komodowaranen.

Heute wäre das eine Sache von wenigen Sekunden. Google - Drachen - Indonesien - und schon hätte ich den Wikipedia-Artikel über die Warane und Links auf Videos derselben beim Fressen. Und Links zu den beiden Horrorfilmen über solche Warane wären gleich darunter.

Nun wird man erwidern: aber das ist ja toll. Totale Information bedeutet totale Freiheit, reduziert die Manipulierbarkeit. Sicher. Sicher. Aber es trägt auch dazu bei, den Riss zu vergrößern.

Ein Bild: ich glaube, dass sich um 1968 ein Riss aufgetan hat, der sich seitdem wie eine tiefe Erdspalte an einer Verwerfungslinie immer weiter öffnet und die gegenüberliegende Klippe, die Menschheitsgeschichte der letzten 100.000 Jahre bis 1968, immer mehr im fernen und uninteressanten Nebel verschwinden lässt. Der Mensch, so fühlt es sich an, ist endlich erwachsen geworden. Hat seine Kindheit hinter sich gelassen. Vor 1968, ja vor jetzt, das ist in der Wahrnehmung der Menschen von heute eigentlich alles finsteres Mittelalter. Ohne Bedeutung für uns. Da gab es keine Handys, kein Internet, keine Reisefreiheit, da waren Frauen Hausmütterchen, alle hatten zehn Kinder und die Menschen waren abergläubisch und schlichtweg dumm

Was zählt, ist das Jetzt, der Konsum, der Alltag. Dem Gestern wendet man total die Schultern zu.

Auweh, klingt das aber reaktionär. Früher war alles besser? Kann ich dieses Altherrengejammere irgendwie festmachen? Ja, aber nur vage. Wie ich schon anderswo sagte: In der Schule liest man in Deutsch kaum noch Klassiker (ausser jenen zeitlosen Werken, die nach 1945 geschrieben wurden). Man scheint zu glauben, alles davor sei für einen Menschen von heute schlichtweg unnötig, allerhöchstens nettes Beiwerk, ein Luxus. Latein, das früher jeder Schüler zumindest in Ansätzen lernte, gibt es schon gar nicht mehr, und damit auch die Möglichkeit nicht, eine Beziehung zum Denken von Menschen vor 2000 Jahren herzustellen, sich selbst in einer Kontuinuität mit anderen Epochen zu erkennen, oder eine Inschrift in einer Kirche oder an einem Triumphbogen selber lesen zu können.

Sicher gab es immer schon Phasen, wo die Menschen wenig an ihrer Vergangenheit interessiert waren, aber im Schulfach Geschichte kam es mir bereits in meiner Jugend so vor, als lerne man eigentlich kaum noch was und wenn, dann nur das die Zeit von 1933-1945. Heute scheint das noch bruchhafter zu sein. Wer aber nicht weiss, woher er kommt, der wird den Herausforderungen der Gegenwart schlechter gerüstet gegenübertreten, der wird die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Und es wird ihm an Demut mangeln. Deshalb fürchte ich mich vor einem Menschen, der ohne irgendwelche Wurzeln im Gestern und mit der Arroganz des Heute nur nach vorne schaut. Wenn das konservativ ist, dann stehe ich dazu.

Ein kleines, aber bestätigendes Symptom: heutige Kinogeher haben kein Interesse mehr, die "Klasssiker" ihres Genres zu kennen, zeigte ein cleverer Artikel der L. A. Times vor wenigen Tagen. Es zählt nur der gerade aktuelle Film, alles, was älter als drei Wochen ist, ist von gestern. Mit Desintresse wird alles davor gestraft, und zwar nicht nur Fritz Lang oder Citizen Kane, nein, auch Spielberg und Der Pate und Scorsese etc. Das war vor wenigen Jahren noch anders. Es gehörte zur Passion, die Filmgeschichte gekannt zu haben...

Na? Naaa? Da? Sehen Sie die Symptome???

Schon gut, vielleicht war es ja in jeder Generation so. Und vielleicht sind meine Befürchtungen wahr und das alles ist von einer anderen Qualität, wirklich neu. Möglicherweise stimmt auch beides. Ich schließe mit einem Zitat des weit blickenden Gomez Davila, der einmal mit feinem Humor sinngemäß sagte: Die vornehmlichste Aufgabe der Historiker sei es, jede Generation darin zu bestärken, dass mit ihr die Weltgeschichte beginne.

Gegenwärtig gelingt ihnen das besonders gut.

Montag, 13. August 2012

Wie schreibt man Thukydides?

Eine kleine Leseempfehlung für einen Atheisten heute. Wer den Literatur und Reise-Blog von Dr. Christian Köllerer noch nicht kennt -  und wer mit seinen gelegentlichen bösen Seitenhieben auf religiöse Themen leben kann...

...der wird hier einen passionierten Anwalt für Klassiker finden, einen Mann, der mit Goethe in der U-Bahn sitzt und das auch sehr unterhaltend auf Twitter ( @philoponus ) vermittelt. Denn wer ausser einem echten Passionierten könnte folgende Worte über den "Kanon" der Literatur im Allgemeinen schreiben?

 
"Man kann über den “Kanon” sagen, was man will: Meiner Leseerfahrung nach sind Bücher, die seit Jahrhunderten (von längeren Zeiträumen nicht zu reden) die unterschiedlichsten Leser faszinierten, gewinnbringender als zahlreiche andere Druckerzeugnisse. Keine finstere Verschwörung ist die Ursache dafür, dass Homer oder Herodot oder Platon oder Plutarch oder Augustinus (…) immer wieder passionierte Leser fanden und finden, sondern die erstaunliche Qualität und Aktualität ihrer Werke."

Und dann plädiert Köllerer einfach so für die Lektüre von Thukydides' Peloponnesischem Krieg. Es ist heutzutage schon mutig, einen dicken griechischen Klassiker zu lesen und dann über social media noch für seine brennende Aktualität zu plädieren; aber das ist Köllerers Linie, siehe etwa April 2011; da schrieb er einen Post, der wie ein seriöserer großer Bruder zu meinem "Klassiker sind von gestern" wirkt: "Soll man noch Klassiker lesen?"

Er hat mir jedenfalls Lust gemacht, Thukydides zu lesen - wie alle "Menschen von gestern" habe ich das Reclam-Heft natürlich noch irgendwo im Regal stehen. Ich finde alle Menschen, die so etwas heute von sich geben, unterstützenswert.

Auch wenn wir in Sachen Gott vermutlich getrennte Wege gehen...

Samstag, 11. August 2012

Gebratene Fische am Seeufer

 
Heute ist der 11. August. In genau 2 Monaten beginnt das "Jahr des Glaubens 2012/2013"... Acht Wochen, um sich innerlich einzustimmern auf eine Zeit, wo wir uns über unseren Glauben im Klaren werden sollen. Und über das Zentrum dessen, was wir glauben. Hier meine persönliche Einstimmung...

Psst! Glauben Sie, dass Jesus von den Toten erstanden ist? Also, so ganz richtig? So, wie es im Evangelium steht? Dann sind Sie unter Katholiken in kleiner Gesellschaft, zumindest im deutschsprachigen Raum. Ein geschätztes Viertel glaubt an die leibliche Auferstehung Jesu. Es ist ja in unserer zunehmend skeptischen Zeit sowieso schwer geworden, überhaupt noch an Übernatürliches zu glauben, niemand hat so was wie eine Auferstehung schon mal erlebt, und jemand, der glaubt: das Grab war leer, er ist wahrhaft auferstanden! der hat schon einen schweren Stand.

Hinter der Frage steht für mich eigentlich eine andere: Glaube ich, dass es einen Gott gibt? Einen mächtigen Gott, dem die Menschen etwas bedeuten? Oder glaube ich das nicht? Wenn ich es glaube, ist die ganze Angelegenheit mit Jesus nicht mehr so un-glaublich. Wenn ich es nicht glaube, dann kann es gar nicht stimmen, also muss ich mir Theorien ausdenken, warum die Evangelien es trotzdem behaupten.

Man sagt also einfach, die Evangelien sind so eeelend lang nach den Ereignissen geschrieben worden, da mögen sie vielleicht sogar dies und das über den echten Jesus berichten; aber alles, was sie über Wunder oder gar die Auferstehung sagen, das kann aus unserem Erfahrungshorizont heraus ja gar nicht sein, also sind das spätere Einschübe, Erfindungen des 2. Jahrhunderts, Manipulationen oder eben bedingt durch irgendwelche literarische Gattungen. Jedenfalls so nicht wahr. Beispiel Brotvermehrung: naja, er hat die 5000 Menschen zum Teilen gebracht, das ist eh ein viel größeres Wunder, als irgendein Hokus Pokus. Der kam erst später dazu.

Das Problem bei solchen „Erklärungsmodellen“ - zurück bleibt beim Zuhörer die Erkenntnis: aha, ich kann den Evangelien offenbar nicht so richtig trauen; es ist eben anders, als ich bisher gedacht habe. Und der nächste Schritt ist dann nicht sehr schwer: wenn das mit den Wundern schon alles anders war, wer weiss, ob das mit der Auferstehung überhaupt stimmt. Und: warum soll ich dann überhaupt noch irgendwas glauben?


Bei der Auferstehung selber wird das Evangelium dann auch gerne in zwei geteilt: alles bis zum Tod, das kann ja noch halbwegs so passiert sein; doch das sogenannte "Nachösterliche", alles ab dem Ostermorgen, das ist praktisch nur wirres Gefasle, die Jünger haben stammelnd versucht, etwas in Bilder zu gießen, was sie selber erfahren haben, man aber gar nicht beschreiben kann. Dabei stimmt das ja gar nicht: die Autoren, die Worte, die Sätze sind vor und nach dem Tod Jesu die gleichen. Bei allen chaotischen Ereignissen der Tage nach der Auferstehung zeigen viele Details: die Evangelisten versuchen immer noch genau zu beschreiben, was wirklich passiert ist. Entweder hat Jesus am Seeufer Fische gebraten und mit seinen Jüngern gegessen - oder nicht. Mir spuken eigentlich dieses Fische und ihr Bratenduft am meisten im Kopf herum: Warum insistieren die Evangelisten, dass Jesus bei praktisch jeder Erscheinung nach Essen verlangt hat? Ist das dekoratives Beiwerk? Oder nicht doch die Beschreibung eines echten Erlebnisses? Oder als der Auferstandene Thomas aufgefordert hat, ihn zu berühren? Was hätte ein Betrachter bei dieser Szene wahrgenommen?

Ich versuche nicht, geistreich zu sein. Es geht hier meiner Meinung nach „ums Ganze“, gerade im anbrechenden Jahr des Glaubens. Wir sind nun mal eine Religion, die sich auf Gedeih und Verderb an ein historisches Ereignis geknüpft hat. Wenn die Auferstehung ernsthaft in Frage gestellt wird, ist alles rund um Jesus nett, aber ohne Bedeutung für mein Leben. Oder wie Paulus gesagt hat: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.“ (1. Korintherbrief, Kap 15) 

Im Endeffekt läuft es auf eine Entscheidung heraus. Glaube ich es - oder nicht? Wenn man sich tiefer und länger mit den Evangelien befasst, versucht, sie wirklich mit offenen Augen und frischem Blick anzusehen, dann wird man zu dem Schluss kommen, dass sie wirklich nicht wie manipulierte Märchenerzählungen klingen; dass die Autoren auf eine sehr nüchterne, manchmal frustrierend sprunghafte und karge Weise sich offenbar wirklich bemühen, das zu beschreiben, was passiert ist – und zwar sowohl vor als auch nach der Auferstehung. Die Zeugen, die Sprache, die Details sind dieselben.

Natürlich ist das nicht der einzige Grund, warum ich an die Auferstehung glaube, natürlich kann man sie auch nicht beweisen – aber so total unwahrscheinlich ist es nicht, dass das alles so ungefähr passiert ist, wie es in den Evangelien steht.

Und das ist ja schon was.


PS: Hier das versprochene Buch aus einem der letzten Einträge. Ich lese jede Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern Gelitten unter Pontius Pilatus? von Vittorio Messori (leider ziemlich vergriffen). Messori prüft Kapitel für Kapitel die Leidensgeschichte Jesu auf historische Wahrheit. Ein Augenöffner, wenn man erst einmal sieht, wie viele, viele kleine Details in allen Evangelien, sogar in dem oft misstrauisch beäugten Johannesevangelium, auf große zeitliche Nähe zu den Ereignissen hindeuten.

Donnerstag, 9. August 2012

Ganz was anderes: Gespenstergeschichten

Weil doch Sommer ist und Leseempfehlungen da besonders erwünscht sind, hier ein paar Worte zu meinem Lieblings-Geistergeschichten-Schreiber. M. R. James war Mittelalterforscher in Cambridge und lebte bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts, und er hat (nebenbei) einen ganzen Haufen sehr niveauvoller Geistergeschichten geschrieben. Gesammelt sind sie in den Büchern Ghost Stories of an Antiquary 1904, More Ghost Stories 1911, A Thin Ghost and Others 1919, und A Warning to the Curious and Other Ghost Stories 1925.

Warum mag ich seine Geschichten so? Sie sind unendlich englisch, spielen oft rund um alte normannische Kirchen in abgelegenen Dörfchen in Suffolk; man riecht geradezu die Kühle und den Steingeruch der Kirchenschiffe und sieht die Bienen träge durch die Büsche am Friedhof summen, oder hört den Wind durch die verkrüppelten Kiefern an der Küste pfeifen. Oft geht es um antike Folianten und archäologische Rätsel, gerne mischt James auch eine Portion alte heidnische Religion hinein. Man spürt seine Expertise als Gelehrter, es sind zivilisierte Geschichten, zurückhaltende, James ist ein Meister der Andeutung, zugleich durchweht alles ein sehr feiner Humor.


Und dann sind sie natürlich wirklich unheimlich, denn wenn es nach einem sehr langsamen Aufbau (in der Filmbranche nennt man das „slow burn“) endlich zur Konfrontation mit dem Spuk kommt, dann zögert James nicht, einen wirklich zu erschrecken, gibt gerade genug Andeutungen und sagt andere Dinge absichtlich nicht, um einem einen eisigen Schauder einzujagen. Und fast immer gibt es ein oder zwei Details, die man lange nicht vergisst.


Wer M. R. James entdecken will, kann ihn als Buch kaufen; er kann aber auch alle seine Geschichten online herunterladen, bei Gutenberg

http://www.gutenberg.org/browse/authors/j#a2768


Und er kann, wenn ich jetzt noch eine Empfehlung aussprechen darf, ein LibriVox-Hörbuch von M. R. James herunterladen, auf den MP3-Player oder das Handy. Zum Hören auf langen Ferien-Autofahrten.

http://librivox.org/ghost-stories-of-an-antiquary-by-m-r-james/

LibriVox ist eine Initiative, möglichst viel (klassische) Literatur in kostenloser Hörbuchform im Internet zur Verfügung zu stellen, getragen durch Freiwillige, die natürlich nicht alle gleich gut lesen – aber die Initiative ist unbedingt unterstützenswert.